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2025-10-02 07:28 Lesezeit: 6 Min
Makro +1

Goldpreis auf Rekordhoch: 4.000 Dollar pro Unze möglich?

Der Goldpreis ist auf ein beispielloses Niveau gestiegen und hat diese Woche ein neues Allzeithoch erreicht. Dieser signifikante Anstieg, der inmitten eines Stillstands der US-Regierung stattfindet, unterstreicht die anhaltende Anziehungskraft des Edelmetalls als sicherer Hafen in turbulenten Wirtschaftszeiten. Analysten prognostizieren nun weitere Gewinne, wobei einige erwarten, dass Gold die Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze durchbrechen könnte. Dieser jüngste Rekord, Berichten zufolge der 39. im Jahr 2025, sah den Spot-Goldpreis bei 3.893,06 US-Dollar pro Unze. Auch die US-Gold-Futures für die Dezember-Lieferung verzeichneten einen bemerkenswerten Anstieg und erreichten 3.918,10 US-Dollar. Während Regierungsstillstände manchmal nur begrenzte Marktauswirkungen haben können, wird die aktuelle Situation durch die Verzögerung wichtiger Arbeitsmarktdaten, eines Schlüsselindikators für die Zinsentscheidungen der Federal Reserve, verstärkt. Die Möglichkeit anhaltender Beurlaubungen von Bundesbediensteten, die an den Rekordstillstand von 34 Tagen während der ersten Amtszeit von Präsident Trump erinnern, fügt der wirtschaftlichen Aussicht eine weitere Unsicherheitsebene hinzu.

Faktoren, die den Aufstieg von Gold antreiben

Die anhaltende Aufwärtsentwicklung der Goldpreise wird auf eine Konvergenz globaler wirtschaftlicher und geopolitischer Faktoren zurückgeführt. Über die unmittelbaren Auswirkungen des US-Stillstands hinaus tragen anhaltende Konflikte, politische Spannungen in verschiedenen Regionen und die Verhängung neuer Zölle zu einem allgemeinen Gefühl der Marktinstabilität bei. Michael Field, Chief Equity Strategist bei Morningstar, kommentierte: „Die aktuelle Dynamik der Goldrallye ist bemerkenswert, selbst mit seinem etablierten Status als sicherer Hafen.“ Diese Instabilität treibt die Nachfrage nach Vermögenswerten an, die als sicher gelten. Philippe Gijsels, Chief Strategy Officer bei BNP Paribas Fortis, äußerte sich optimistisch und deutete an, dass Gold nicht nur auf 4.000 US-Dollar steigen, sondern diese Marke auch übertreffen könnte. Er bemerkte, dass ein früheres Ziel, das gesetzt wurde, als Zentralbanken die Hauptkäufer waren, nun durch eine breitere Anlegerbeteiligung beschleunigt wurde. Gijsels geht davon aus, dass die Kombination aus anhaltender Inflation, Marktvolatilität und geopolitischer Unsicherheit Investoren dazu veranlasst, ihre Portfolios mit greifbaren Vermögenswerten wie Gold zu diversifizieren.

Wachstumspotenzial und langfristige Aussichten

Trotz seines jüngsten Anstiegs stellen Goldinvestitionen derzeit einen relativ kleinen Anteil, etwa 2 %, der globalen Portfolios dar. Dies deutet auf erheblichen Raum für weiteres Wachstum hin. Gijsels sieht den aktuellen Markt in seinen frühen bis mittleren Phasen, was darauf hindeutet, dass 4.000 US-Dollar keine Obergrenze, sondern eher ein Sprungbrett für einen substanzielleren langfristigen Bullenmarkt bei Edelmetallen sind. Joni Teves, eine Strategin bei UBS, teilte diese Ansicht in einer Kundenmitteilung und stellte fest, dass Gold in vielen globalen Portfolios weiterhin „untergewichtet“ sei. Die UBS erwartet, dass sich die Rallye in den kommenden Quartalen fortsetzen wird, unterstützt durch eine erhöhte Anlegerpositionierung, einen schwächeren US-Dollar und sinkende reale Zinssätze. Während Teves eine Verlangsamung der Preissteigerungen gegen Ende 2026 prognostiziert, die mit erwarteten Veränderungen in der Geldpolitik der Federal Reserve und einer Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen zusammenfällt, betont sie die strukturelle Neubewertung von Gold als Kernbestandteil der strategischen Vermögensallokation. Dieser Wandel wird voraussichtlich langfristig historisch höhere Goldpreise untermauern.
Jonas Weber
Autor
Deutschland

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