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2025-10-11 09:13 Lesezeit: 5 Min
Analyse +1

US-Inflationsdaten verzögert: Shutdown beeinträchtigt Wirtschaftspolitik

Der anhaltende Stillstand der US-Bundesregierung sorgt für erhebliche Unsicherheit in der Wirtschaftspolitik, insbesondere durch die Verzögerung der Veröffentlichung wichtiger Inflationsdaten. Diese Pause bei der Publikation des Verbraucherpreisindex (CPI) stellt sowohl für geldpolitische Entscheidungen als auch für die Verwaltung von Sozialversicherungsleistungen eine Herausforderung dar und unterstreicht die tiefgreifenden Auswirkungen staatlicher Betriebsstörungen auf Kernfunktionen der Wirtschaft.

Das Bureau of Labor Statistics (BLS), eine Schlüsselbehörde des US-Arbeitsministeriums, hat damit begonnen, einen Teil seiner Mitarbeiter aus unbezahltem Urlaub zurückzurufen. Dieser Schritt zielt speziell darauf ab, die Fertigstellung und rechtzeitige Verbreitung des Inflationsberichts für September sicherzustellen. Trotz des breiteren Stillstands der Bundesregierung hat das BLS den CPI-Bericht als Priorität eingestuft, was seine entscheidende Bedeutung für die wirtschaftliche Überwachung und Entscheidungsfindung signalisiert.

Ursprünglich für den 15. Oktober 2025 angesetzt, ist das genaue Veröffentlichungsdatum für den CPI-Bericht vom September aufgrund von Regierungszwangsbeurlaubungen nun unbestimmt. Berichten zufolge arbeitet das BLS jedoch daran, die Daten vor der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) der Federal Reserve vom 28. bis 29. Oktober verfügbar zu machen. Dieser Zeitpunkt ist entscheidend, da das FOMC bei der Beratung über Zinssatzanpassungen stark auf aktuelle Inflationszahlen angewiesen ist.

Die Auswirkungen dieser Inflationsdaten reichen über die Geldpolitik hinaus. Der CPI-Bericht vom September ist entscheidend für die Berechnung der jährlichen Anpassungen der Lebenshaltungskosten (COLAs) für Sozialversicherungsleistungen. Diese Anpassungen wirken sich direkt auf das Einkommen von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und anderen Begünstigten von staatlichen Hilfsprogrammen aus. Jede signifikante Verzögerung bei der Veröffentlichung dieser Daten könnte daher die systematische Neubewertung und Änderung dieser wichtigen Zahlungen stören.

Experten beobachten, dass die Bemühungen des BLS, den Betrieb für die Inflationsberichterstattung wieder aufzunehmen, die Absicht der Regierung zeigen, die kaskadierenden Auswirkungen des Stillstands auf Wirtschaftsstatistiken zu mildern. Die Aufrechterhaltung des Flusses genauer und zeitnaher Wirtschaftsindikatoren ist für eine fundierte Politikgestaltung, insbesondere im Finanzsektor, von größter Bedeutung.

Ökonomen betonen, dass selbst geringfügige Verzögerungen bei der Veröffentlichung solch wesentlicher Daten die operative Kalkulation der Federal Reserve erschweren können. Die Praxis des FOMC, die neuesten Inflationswerte in seine Zinspolitik einzubeziehen, bedeutet, dass ein verspäteter Bericht zu Entscheidungen auf der Grundlage weniger aktueller Informationen führen könnte, was potenziell die Marktstabilität und die wirtschaftlichen Wachstumstrends beeinträchtigt.

Es bleibt unklar, ob auch andere regelmäßige BLS-Berichte, wie z. B. solche über Beschäftigungszahlen und Lohnwachstum, für die Veröffentlichung priorisiert werden. Dennoch deutet die Verpflichtung zur Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsindikatoren auf eine strategische Anstrengung hin, Störungen der Finanzmärkte und des reibungslosen Funktionierens von Sozialhilfesystemen zu verhindern, so Branchenbeobachter. Der vorherige CPI-Bericht vom 11. September zeigte einen Anstieg von 2,9 % im Jahresvergleich und einen Anstieg von 0,2 % von Juli bis August, was den höchsten August-CPI seit Januar 2025 darstellt.

Mia Keller
Autor
Deutschland

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