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2025-09-23 05:58 Lesezeit: 6 Min

Südkorea: Investitionsdeal mit USA birgt Währungsrisiko

Südkorea droht wirtschaftliche Instabilität, sollte es ohne ausreichende Währungsschutzmaßnahmen eine bedeutende Investitionsvereinbarung mit den Vereinigten Staaten abschließen. Präsident Lee Jae Myung äußerte Bedenken, dass die vorgeschlagene Investition in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar, obwohl sie niedrigere US-Zölle auf koreanische Exporte verspricht, die Finanzkrise des Landes von 1997 widerspiegeln könnte, wenn sie nicht mit einem Währungsswap-Abkommen strukturiert wird. Diese Warnung unterstreicht das empfindliche Gleichgewicht, das Seoul zwischen wirtschaftlicher Partnerschaft und nationaler Finanzsicherheit finden muss.

Die bilaterale Vereinbarung, die seit Juli mündlich diskutiert wird, ist aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Kontrolle und Nutzung der zugesagten Investitionen noch inoffiziell. Präsident Lee erklärte, dass eine erhebliche Barauszahlung und Investition in den USA, wie von Washington gefordert, Südkorea ohne das Sicherheitsnetz eines Währungsswap-Mechanismus anfällig machen würde. Seine Äußerungen gehen einer wichtigen Reise in die USA voraus, wo er vor den Vereinten Nationen sprechen und eine Sitzung des Sicherheitsrates leiten soll, um Südkoreas internationale Stellung neu zu kalibrieren.

Seit seinem Amtsantritt hat Präsident Lee eine komplexe nationale und internationale Landschaft navigiert, darunter Handelsstreitigkeiten, Maßnahmen zur Grenzsicherung und abweichende Verteidigungspolitiken. Seine Regierung hat sich auf die Stabilisierung der nationalen Wirtschaft und die Projektion eines Bildes erneuten demokratischen Engagements konzentriert. Ein früheres Treffen mit Präsident Donald Trump im August, das zwar ohne gemeinsame Erklärung stattfand, markierte eine erste Kontaktaufnahme zwischen den beiden Staats- und Regierungschefs.

Jüngste Maßnahmen der Trump-Administration, darunter eine Razzia in einem Hyundai-Batteriewerk in Georgia, die zur Festnahme Hunderter südkoreanischer Arbeiter wegen Einwanderungsverstößen führte, haben in Südkorea erhebliche öffentliche Missbilligung hervorgerufen. Präsident Lee räumte den Vorfall ein, bezeichnete ihn jedoch als unbeabsichtigt und stellte fest, dass die USA eine Entschuldigung angeboten und an Abhilfemaßnahmen arbeiten. Präsident Trump soll persönliche Intervention angeboten haben, um den inhaftierten Arbeitern den Verbleib in den USA zu ermöglichen.

Trotz laufender diplomatischer Bemühungen stehen direkte Gespräche über die Investitionsvereinbarung nicht auf der Agenda für die aktuelle US-Reise von Präsident Lee. Handelsminister Howard Lutnick riet Südkorea, ein Modell zu übernehmen, das dem kürzlich abgeschlossenen Handelsabkommen der USA mit Japan ähnelt, und warnte implizit vor anhaltenden Zollverpflichtungen. Präsident Lee zeigte sich zuversichtlich, einen rationalen Weg nach vorn zu finden, und betonte die starke Allianz zwischen den beiden Nationen, auch wenn er anmerkte, dass Südkorea in Bezug auf seine finanzielle Leistungsfähigkeit nicht mit Japan gleichgesetzt werden könne.

Ein wichtiger Streitpunkt in den Verhandlungen ist die Investitionsaufsicht. Während beide Nationen sich über die Notwendigkeit wirtschaftlich rentabler Projekte einig sind, streben die USA Berichten zufolge die direkte Kontrolle über die Projektauswahl und die Mittelvergabe an. Südkorea hat über Berater versucht, Risikominderungsmaßnahmen zu implementieren, wie z. B. die Unterstützung von Projekten mit klaren geschäftlichen Begründungen. Präsident Lee wies jedoch darauf hin, dass die aktuellen Vorschläge keine ausreichenden Garantien für kaufmännische Umsicht böten, und hob dies als erhebliches Hindernis für den Abschluss der Vereinbarung hervor. Er wies auch auf eine breitere geopolitische Spaltung hin, wobei Südkorea zwischen divergierenden Blöcken positioniert sei, was die Notwendigkeit einer Deeskalation und friedlichen Koexistenz unterstreiche.

Mia Keller
Autor
Deutschland

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