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2025-10-14 02:15 Lesezeit: 6 Min

KI statt Pitch-Deck: Perplexity AI revolutioniert Investorenkommunikation

Das aufstrebende Feld der künstlichen Intelligenz gestaltet nicht nur die Produktentwicklung und Kundeninteraktion neu, sondern beginnt auch, die traditionellen Investor Relations neu zu definieren. Perplexity AI, eine prominente KI-gestützte Suchmaschine, steht an der Spitze dieses Wandels, wobei ihr CEO Aravind Srinivas eine radikale Abkehr vom herkömmlichen Pitch-Deck befürwortet. Srinivas hat enthüllt, dass das Unternehmen bei der Interaktion mit potenziellen Investoren weitgehend auf Standard-Folienpräsentationen verzichtet und stattdessen eine direktere und KI-gestützte Kommunikationsstrategie wählt. Dieser innovative Ansatz, obwohl ungewöhnlich, deutet auf eine potenzielle Entwicklung hin, wie Unternehmen in frühen Phasen ihre Wertversprechen gegenüber Venture-Capital- und Angel-Investoren artikulieren.

Srinivas, der Perplexity im Jahr 2022 mitbegründete, erläuterte seine unkonventionelle Fundraising-Methode in einem kürzlichen Interview. Er erklärte, dass er für die meisten Investoreninteraktionen, insbesondere nach der Series A, auf ein schriftliches Memo in Verbindung mit einer Frage-und-Antwort-Runde setzt. Dieses Memo dient als grundlegendes Dokument, das die Kernprinzipien des Unternehmens darlegt. Entscheidend ist, dass Srinivas seine eigene Plattform, Perplexity, nutzt, um Folgefragen zu beantworten. Er erklärte, dass er, wenn Investoren detaillierte Fragen stellen, die gesamte Anfrage in Perplexity eingibt und die KI anweist, "wie Aravind" zu antworten. Dies ermöglicht schnelle, umfassende Antworten, die mit den Investoren geteilt werden können, oft über einen direkten Link zur generierten KI-Antwort.

Diese Strategie war Berichten zufolge erfolgreich bei der Sicherung erheblicher Investitionen für Perplexity. Srinivas erzählte von einem Fall, in dem ein Investor nach einer Webinar-Q&A-Runde eine lange E-Mail mit Folgefragen schickte. Er nutzte Perplexity, um eine detaillierte Antwort zu generieren, die er dann mit dem Investor teilte und anbot, bei Bedarf weiteren Kontext zu liefern. Die positive Resonanz des Investors, die durch die Bemerkung "Das ist wunderbar" gekennzeichnet war, führte am folgenden Tag zu einer schnellen Überweisung der Gelder. Diese Anekdote unterstreicht die potenzielle Effizienz und Wirksamkeit des Einsatzes von KI-Tools zur Verwaltung der Investorenkommunikation, insbesondere in einem schnelllebigen Startup-Umfeld.

Die Wirksamkeit dieses minimalistischen Ansatzes wird durch das beeindruckende Wachstum und die Finanzierungsentwicklung von Perplexity unterstrichen. Das von Srinivas nach Tätigkeiten bei führenden KI-Forschungslaboren wie Googles DeepMind und OpenAI gegründete Unternehmen hat sich schnell zu einem bemerkenswerten Akteur in der KI-Suchlandschaft entwickelt. Berichten zufolge suchte das Unternehmen nach neuer Finanzierung zu einer beträchtlichen Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar nach der Finanzierungsrunde und zog die Unterstützung von wichtigen Akteuren wie SoftBank, Nvidia und Jeff Bezos an. Während für ihre Series-A-Runde möglicherweise ein formelles Pitch-Deck verwendet wurde, zeigt die nachfolgende Finanzierung Vertrauen in ihre alternativen Kommunikationsmethoden.

Während die Einführung einer KI-gesteuerten, deckarmen Strategie durch Perplexity herausragend ist, ist sie nicht völlig beispiellos. Auch andere Silicon-Valley-Startups haben mit der Reduzierung ihrer Abhängigkeit von traditionellen Pitch-Decks experimentiert. So entschied sich das Workforce-Management-Unternehmen Rippling für ein "Investor Memo" als primäres Fundraising-Instrument für seine Series-A-Runde über 45 Millionen US-Dollar im April. Dieser Ansatz, der sich auf Prosa konzentriert, um das Angebot des Unternehmens zu vermitteln, deutet auf einen wachsenden Trend unter Gründern hin, agilere und direktere Wege zu finden, ihre Vision und ihr Geschäftsmodell potenziellen Investoren zu kommunizieren und sich über die Grenzen statischer Diashows hinaus zu bewegen.

Jonas Weber
Autor
Deutschland

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