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2025-09-24 08:23 Lesezeit: 5 Min

Chevron: Venezuelas Öl-Exporte in die USA halbiert

Die überarbeiteten Öl-Exportvorschriften des US-Finanzministeriums für Venezuela schränken das Rohölvolumen, das der amerikanische Energieriese Chevron in die Vereinigten Staaten liefern kann, erheblich ein. Nach dem neuesten Rahmen kann Chevron Berichten zufolge nur etwa die Hälfte des von seinen venezolanischen Joint Ventures geförderten Rohöls exportieren. Diese Anpassung, die aus US-Sanktionen und einem Verbot direkter Zahlungen an die Regierung von Präsident Nicolas Maduro resultiert, verändert die operative Kapazität von Chevron in dem sanktionierten Land grundlegend.

Die im späten Juli erlassene, eingeschränkte Genehmigung des Finanzministeriums erlaubt Chevron den Betrieb und den Export von Öl aus Venezuela. Eine Schlüsselbestimmung verbietet jedoch jede Form von Zahlung in jeder Währung an die venezolanische Regierung. Um dieser Anordnung nachzukommen, begleichen die Joint Ventures von Chevron in Venezuela nun Lizenzgebühren und Steuern durch die physische Lieferung von Rohöl. Dieser "in natura" Zahlungsmechanismus reduziert effektiv den Anteil der für den Export verfügbaren Produktion und begrenzt die Lieferungen von Chevron auf schätzungsweise 50 % der derzeit von diesen Projekten geförderten 240.000 Barrel pro Tag.

Strategische Implikationen von "In-Kind"-Zahlungen

Die Kontrolle über das für diese "in natura" Zahlungen verwendete Rohöl liegt bei der staatlichen Ölgesellschaft Venezuelas, Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA). PDVSA kann diese Barrel dann für heimische Raffineriebetriebe oder für eigene Exportaktivitäten verwenden. Diese Verlagerung der Zahlungsstruktur stellt eine deutliche Abkehr von der früheren Genehmigung dar, die Chevron 2022 unter Präsident Joe Biden erteilt wurde. Diese frühere Genehmigung erlaubte Chevron, seine gesamte Produktion zu exportieren und seine steuerlichen Verpflichtungen in bar zu begleichen, was eine direktere finanzielle Transaktion ermöglichte.

Auswirkungen auf die US-Versorgung und Schuldentilgung

Die praktische Folge dieser neuen Regeln ist eine Verringerung des Flusses von schwerem, schwefelreichem Rohöl aus Venezuela an die US-Golfküste. Diese Änderung wirkt sich auch auf die Geschwindigkeit aus, mit der Venezuela seine erheblichen Schulden gegenüber Chevron zurückzahlt. Zuvor hatte das bargeldintensive Zahlungssystem eine erhebliche Reduzierung der bis 2022 geschuldeten über 3 Milliarden US-Dollar ermöglicht. Mit einem geringeren Volumen an exportierbarem Öl unter der aktuellen Regelung verläuft der Schuldentilgungsprozess nun langsamer. Darüber hinaus sehen sich die Joint Ventures aufgrund dieser neuen Beschränkungen Berichten zufolge mit Einschränkungen bei Betrieb und Investitionsausgaben konfrontiert.

Exportvolumen und Zukunftsaussichten

Nach einer viermonatigen Unterbrechung nahm Chevron im August die venezolanischen Ölexporte in die USA wieder auf und lieferte rund 60.000 Barrel pro Tag. Daten aus der Schiffsüberwachung deuten auf einen durchschnittlichen Export von 102.000 Barrel pro Tag im September hin. Der CEO von Chevron, Mike Wirth, räumte ein, dass die exportierbaren Mengen unter den überarbeiteten Bedingungen begrenzt sein würden, obwohl keine genauen Zahlen genannt wurden. US-Beamte haben durchweg ihre Absicht erklärt, die Regierung Maduro daran zu hindern, von Ölverkäufen zu profitieren, was die geopolitischen Motivationen hinter diesen regulatorischen Anpassungen unterstreicht.
Lena Hoffmann
Autor
Deutschland

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