September-Börse: Nach Rekord-August droht die saisonale Schwäche – Der Ausblick.

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By Lisa Hoffmann

Trotz der robusten Marktperformance im August präsentiert der September traditionell ein anspruchsvolles Umfeld für globale Aktienmärkte, oft entgegen dem Optimismus der vorangegangenen Stärkephase. Während wichtige Indizes kürzlich neue Höchststände erreichten, deuten historische Muster auf eine bevorstehende Neubewertung von Portfolios hin, sobald Marktteilnehmer aus der Sommerpause zurückkehren und sich mit einem komplexen wirtschaftlichen Ausblick auseinandersetzen.

Der August zeigte eine bemerkenswerte Stärke bei den wichtigsten Indizes. Der S&P 500 überschritt die Marke von 6.500 Punkten und erreichte ein Rekordhoch, wobei auch der Dow Jones Industrial Average neue Spitzenwerte erzielte. Auf der anderen Seite des Atlantiks verzeichnete der europäische Stoxx Europe 600 seine erste zweimonatige Gewinnserie seit Februar, was eine breite positive Dynamik im Spätsommerhandel signalisiert.

  • Robuste Marktperformance im August mit Rekordhochs für S&P 500 und Dow Jones.
  • Der September gilt traditionell als herausfordernder Monat für globale Aktienmärkte.
  • Europas Stoxx Europe 600 verzeichnete die erste zweimonatige Gewinnserie seit Februar.
  • Historische Muster deuten auf eine Neubewertung von Portfolios nach der Sommerpause hin.
  • Ein komplexer wirtschaftlicher Ausblick prägt die Stimmung der Marktteilnehmer.

Trotz dieser jüngsten Aufwärtsdynamik stellt der September historisch gesehen eine Herausforderung für die Marktperformance dar. Daten von Dow Jones zeigen, dass der Dow, der S&P 500 und der Nasdaq Composite im September typischerweise ihre schwächste Monatsperformance verzeichnen. Dieser saisonale Gegenwind beeinflusst häufig die Anlegerstrategien, wenn Marktteilnehmer ihre Positionen für den Rest des Jahres anpassen.

Sektorale Performance und Wirtschaftlicher Druck

Die europäischen Sektoren zeigten im dritten Quartal ein gemischtes Bild. Der Bankensektor erwies sich als starker Performer, wobei die Aktien Anfang August die höchsten Stände seit der Finanzkrise 2008 erreichten, gestützt durch positive Gewinne und verstärkte Diskussionen über eine mögliche Konsolidierung. Die deutsche Commerzbank beispielsweise weitete ihren Jahresgewinn auf über 100 % aus und führte die Entwicklung des Sektors an.

Im Gegensatz dazu sahen sich Medienaktien erheblichem Gegenwind ausgesetzt und fielen innerhalb von zwei Monaten um über 8 %. Bedenken hinsichtlich der disruptiven Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) wirkten sich negativ auf große europäische Akteure aus. Der Werbekonzern WPP veranschaulichte diesen Trend, indem er einen erheblichen Rückgang des Vorsteuergewinns um 71 % im ersten Halbjahr meldete und anschließend seinen Jahresausblick nach unten korrigierte, was die Anfälligkeiten in diesem Sektor verdeutlicht.

Marktteilnehmer äußern unterschiedliche Perspektiven für den weiteren Verlauf. Mark Haefele, Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management, prognostiziert einen anhaltenden Aktien-Bullenmarkt über die nächsten 12 Monate, basierend auf einer erwarteten wirtschaftlichen „Soft Landing“, robusten Unternehmensgewinnen und sinkenden Zinsen. Im Gegensatz dazu hebt Gregory Daco, Chefökonom bei EY-Parthenon, den zunehmenden Druck auf die US-Wirtschaft hervor, trotz einer annualisierten Wachstumsrate von 3,0 % im zweiten Quartal 2025, die er auf Importanpassungen aufgrund früherer Zölle zurückführte. Ein jüngster Barclays-Bericht prognostizierte eine Verlangsamung in der zweiten Jahreshälfte des laufenden Jahres, erwartet jedoch eine Erholung des US-amerikanischen und europäischen Wirtschaftswachstums im Jahr 2026, da die Märkte den Fokus über unmittelbare Zoll- und US-Steuergesetz-Auswirkungen hinaus verlagern.

Wichtige Wirtschaftsdaten im Blick

Während Anleger nach der Sommerpause ihre Portfolios neu kalibrieren, werden mehrere wichtige Wirtschaftsdatenveröffentlichungen entscheidende Hinweise auf die Marktrichtung geben:

Datum Region Ereignis
Montag USA Labour Day (US-Märkte geschlossen)
Montag EU Arbeitslosenquote
Dienstag EU Inflationsdaten
Dienstag USA Produktionsdaten
Freitag EU Bruttoinlandsprodukt (BIP)
Freitag USA Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls)
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