China beginnt einen entscheidenden Test seiner Fähigkeiten zur industriellen Umstrukturierung, der sich zunächst auf den hoch verschuldeten und überversorgten Polysiliziumsektor konzentriert. Dieses Segment, das für die globale Herstellung von Solarzellen von grundlegender Bedeutung ist, stellt einen strategisch wichtigen, aber anspruchsvollen Ausgangspunkt für Pekings umfassendere Kampagne dar, um systemische industrielle Überkapazitäten und deren makroökonomische Folgen anzugehen.
- Der Polysiliziumsektor steht im Mittelpunkt einer beispiellosen industriellen Umstrukturierung Chinas.
- Geplant ist der Einsatz von 50 Milliarden Yuan zur Stilllegung ineffizienter Produktionsstätten und zur Marktbereinigung.
- Erhebliche Herausforderungen umfassen die Einigung der Produzenten und die Rolle der Finanzinstitute.
- Lokale Regierungen könnten sich den Schließungen von Anlagen widersetzen, was die Umsetzung erschwert.
- Das Scheitern dieser Reform könnte weitreichende negative Folgen für Chinas Wirtschaft und weitere Restrukturierungsprojekte haben.
Chinas Industrielle Umstrukturierung: Der Polysilizium-Test
Die Strategie und ihre Ziele
Die vorgeschlagene Strategie sieht vor, dass große Polysiliziumproduzenten 50 Milliarden Yuan (7 Milliarden US-Dollar) bereitstellen, um ineffiziente Anlagen zu erwerben und abzubauen. Dieser Plan, der gemeinsam mit den Regulierungsbehörden entwickelt wurde, zielt darauf ab, einen disziplinierten Markt zu etablieren und den aggressiven Preiswettbewerb effektiv zu beenden. Das ideale Ergebnis sieht steigende Preise, die Wiederherstellung der Rentabilität für verlustbringende Unternehmen, Schuldenrückzahlung und eine Konsolidierung unter den nachgelagerten Solarpanelherstellern vor.
Hürden bei der Umsetzung
Industrieanalysten sehen jedoch in jeder Phase dieses ehrgeizigen Plans erhebliche Hürden. Eine Hauptsorge ist die Erzielung eines Konsenses unter den konkurrierenden Produzenten bezüglich der Kartellmitgliedschaft und der Richtlinien. Obwohl GCL Technology Holdings, ein wichtiger Akteur, Fortschritte bei der Planung signalisierte, bleiben die Einzelheiten der Teilnehmer ungenannt. Darüber hinaus erhöht die Beteiligung von Finanzinstituten, motiviert durch die Absicherung von Investitionen in einem zuvor als sicher geltenden Sektor, die Komplexität, wie Dan Wang, China-Direktor bei der Eurasia Group, anmerkt.
Widerstand und Risiken auf lokaler Ebene
Ein wesentliches Hindernis geht auch von den lokalen Regierungen aus. Da sie in der Vergangenheit regionale Solarlieferketten mit erheblichen Subventionen gefördert und dabei nationale Ziele für grüne Energie verfolgt haben, könnten sie sich Anlagenschließungen widersetzen. Max Zenglein, Senior Economist bei der Forschungsgruppe The Conference Board, betont die Herausforderung, dass keine lokale Regierung die erste sein möchte, die industrielle Vermögenswerte aufgibt. Darüber hinaus birgt die Instabilität des Kartells ein langfristiges Risiko: Eine Preiserholung könnte Mitglieder dazu anreizen, die Produktion zu steigern, was den Zweck des Plans untergräbe.
Weitreichende Implikationen
Diese komplexen Herausforderungen bestehen, obwohl Polysilizium vergleichsweise einfacher zu handhaben ist, mit einer konzentrierten Akteursbasis und weniger Inputfaktoren in der Lieferkette als andere Branchen, die in China mit Überkapazitäten zu kämpfen haben. Dieses endemische Überangebot befeuert Deflationsdruck und belastet die Handelsbeziehungen, was Chinas Wirtschaftswachstum bedroht. Wie Tilly Zhang und Wei He, Analysten bei Gavekal Dragonomics, feststellen: „Erfolg ist keineswegs eine ausgemachte Sache.“ Sie warnen davor, dass ein Scheitern der Polysiliziumreform erhebliche Schwierigkeiten für Pekings umfassendere industrielle Umstrukturierung ankündigen könnte, bei der der staatliche Einfluss begrenzter ist.

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