Trumps Fed-Manöver: Miran, Cook und der Kampf um die Unabhängigkeit der Zentralbank

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By Markus

Die Nominierung von Stephen Miran für den Federal Reserve Board droht eine erhebliche Konfrontation im Senat auszulösen, die die Unabhängigkeit der Zentralbank mit der präsidialen Autorität verknüpft. Präsident Donald Trumps umstrittener Schritt, die Gouverneurin der Federal Reserve, Lisa Cook, unter Berufung auf Vorwürfe des Hypothekenbetrugs zu entlassen, hat die Einsätze erhöht und eine normalerweise routinemäßige Bestätigung in einen Kampf um die fundamentalen Prinzipien der Wirtschaftsführung verwandelt.

  • Stephen Mirans Nominierung für den Federal Reserve Board.
  • Präsident Trumps Versuch, Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen.
  • Konflikt zwischen Zentralbank-Unabhängigkeit und präsidialer Autorität.
  • Potenzieller Wechsel Mirans auf Cooks längerfristige Position bis 2038.
  • Ziel der Regierung: Eine „pro-Weißen Haus Mehrheit“ im Fed-Vorstand.

Miran wurde ursprünglich für den kurzfristigen Sitz nominiert, der von Adriana Kugler frei wurde und im Januar 2026 endet. Präsident Trump hat jedoch eine mögliche Änderung angedeutet und Miran für die Position von Gouverneurin Cook vorgeschlagen, die bis 2038 läuft. Diese strategische Anpassung zielt darauf ab, einen längerfristigen Einfluss auf den siebenköpfigen Vorstand der Fed zu sichern, im Einklang mit dem erklärten Ziel der Regierung, eine „pro-Weißen Haus Mehrheit“ im Vorstand zu erreichen.

Die Kontroverse um Lisa Cook und die Fed-Unabhängigkeit

Der Versuch, Gouverneurin Cook zu entlassen, hat einen Sturm entfacht und markiert das erste Mal in der Geschichte, dass ein US-Präsident versucht hat, einen Fed-Gouverneur „aus wichtigem Grund“ zu entlassen. Präsident Trump bekräftigte in einem Schreiben, dass die Vorwürfe gegen Cook einen „ausreichenden Grund“ für ihre Entlassung darstellten. Gouverneurin Cook, eine von Joe Biden ernannte Person, bestreitet die Behauptungen vehement, droht mit rechtlichen Schritten und erklärt, dass „kein gesetzlicher Grund“ für ihre Entlassung bestehe und der Präsident „keine Befugnis“ habe, sie einseitig aus dem Vorstand zu entfernen.

Dieses beispiellose Vorgehen hat scharfe Kritik von den Demokraten hervorgerufen und bei einigen Republikanern, insbesondere jenen, die sich historisch für die Autonomie der Federal Reserve eingesetzt haben, zu Vorsicht gemahnt. Das Federal Reserve Act sieht vor, dass Gouverneure nur aus wichtigem Grund entlassen werden können, wobei langfristige Ernennungen darauf abzielen, die Institution vor politischem Druck zu schützen. Analysten wie Aaron Klein, ehemals beim Bankenausschuss des Senats, betonen, dass der Kongress die Verantwortung trägt, diese Unabhängigkeit zu wahren.

Der Bestätigungsprozess und die Herausforderungen

Das Weiße Haus drängt auf eine rasche Bestätigung von Stephen Miran, idealerweise vor dem Treffen der Fed Mitte September. Der anhaltende Rechtsstreit mit Gouverneurin Cook und die wachsende Besorgnis im Kongress erschweren diesen Zeitplan jedoch. Selbst einige traditionelle republikanische Verbündete des Präsidenten äußern Zögern, eingedenk der potenziellen Erosion der Unabhängigkeit der Zentralbank. Die Senatoren Thom Tillis aus North Carolina und John Kennedy aus Louisiana, beide Mitglieder des Bankenausschusses, haben zuvor ihre Unterstützung für die Autonomie der Fed bekundet, was auf potenziellen republikanischen Widerstand hindeutet, der Mirans Nominierung ohne unerwartete parteiübergreifende Unterstützung zum Erliegen bringen könnte.

Untersuchung im Repräsentantenhaus

Jenseits des Senats leiten die Republikaner im Repräsentantenhaus ihre eigene Untersuchung der Vorwürfe gegen Gouverneurin Cook ein. Ein Sprecher des Vorsitzenden des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses, French Hill, erklärte: „Der Kongress hat eine verfassungsmäßige Verantwortung, Aufsicht zu leisten, und der Ausschuss freut sich darauf, die Anschuldigungen zu prüfen.“ Diese parallele Untersuchung unterstreicht zusätzlich die politischen und rechtlichen Komplexitäten im Zusammenhang mit den Ernennungen und Entlassungen innerhalb der Federal Reserve und verdeutlicht das komplexe Kräftegleichgewicht in der US-Wirtschaftspolitik.

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