Die Schweizer Glücksspielaufsichtsbehörde Gespa prüft die Blockchain-basierte Initiative der FIFA zur Verteilung von Tickets für die Weltmeisterschaft 2026. Die Untersuchung konzentriert sich darauf, ob der neuartige Ansatz für den Ticketzugang, der nicht-fungible Token (NFTs) beinhaltet, die das Recht zum Kauf von Tickets gewähren, unbeabsichtigt die Grenze zu regulierten Glücksspielaktivitäten überschreitet. Diese Entwicklung unterstreicht die sich entwickelnden Herausforderungen bei der Anwendung bestehender rechtlicher Rahmenbedingungen auf aufkommende digitale Asset-Technologien. Der Direktor der Gespa, Manuel Richard, wies darauf hin, dass die vorläufige Bewertung darauf hindeutet, dass das Modell der FIFA, wie es auf collect.fifa.com präsentiert wird, unter das Schweizer Glücksspielgesetz fallen könnte. Folglich beabsichtigt die Aufsichtsbehörde, weitere Informationen zu sammeln, um festzustellen, ob Durchsetzungsmaßnahmen gerechtfertigt sind. Der Kern der Untersuchung liegt im Verständnis der probabilistischen Elemente und des Potenzials für finanzielle Gewinne oder Verluste im Zusammenhang mit diesen digitalen Token. Die FIFA Collect-Plattform, die 2023 gestartet wurde, bietet "Right to Buy"-Token an. Inhaber dieser NFTs sichern sich eine garantierte Möglichkeit, Tickets für bestimmte Spiele zu erwerben. Entscheidend ist, dass dieses Recht besteht, unabhängig davon, ob die teilnehmenden Mannschaften oder der genaue Austragungsort zum Zeitpunkt des Erwerbs des Tokens feststehen. Dieser Vorabkaufmechanismus, der an zukünftige, unsichere Ereignisse gebunden ist, steht im Fokus der Prüfung durch die Gespa. Sollten Verstöße gegen Schweizer Vorschriften festgestellt werden, ist die Gespa befugt, Schweizer Unternehmen zu zwingen, solche Aktivitäten einzustellen. Für im Ausland registrierte oder ausschließlich online tätige Unternehmen kann die Gespa Schweizer Internetanbieter bitten, den Zugang zu nicht konformen Websites zu sperren. Dies unterstreicht die weitreichenden Befugnisse der Regulierungsbehörden bei der Überwachung des digitalen Handels und seiner Überschneidungen mit etablierten Rechtsbereichen. Diese Situation ergibt sich, während die FIFA weiterhin die Integration von Blockchain erforscht und zuvor im Mai 2025 eine Partnerschaft mit Avalanche angekündigt hatte, um ihre eigene Layer-One-Blockchain zu entwickeln. Die aktuelle Untersuchung konzentriert sich jedoch speziell auf die kommerziellen und regulatorischen Auswirkungen ihrer NFT-basierten Ticketvertriebsstrategie.
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2025-10-08 09:35
Lesezeit: 4 Min
Blockchain
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Schweiz prüft FIFA: Blockchain-Tickets als Glücksspiel?
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Deutschland
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