Nordamerikanischer Handelsstreit: Trump verhängt 35% Zölle auf Kanada-Importe

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By Tom Richter

Die Vereinigten Staaten, unter der Präsidentschaft von Donald Trump, beabsichtigen, einen erheblichen 35-prozentigen Zoll auf kanadische Importe zu erheben, der am 1. August 2025 in Kraft treten soll. Dieser Schritt markiert eine wesentliche Eskalation der Handelsspannungen zwischen zwei der am stärksten vernetzten Volkswirtschaften Nordamerikas und droht, jahrzehntelange, tief integrierte grenzüberschreitende Handelsbeziehungen und Lieferketten zu zerstören. Die Entscheidung signalisiert einen tiefgreifenden Wandel in der US-Handelspolitik mit weitreichenden Implikationen für Unternehmen, Finanzmärkte und die gesamte wirtschaftliche Stabilität der Region.

  • Die USA planen einen 35-prozentigen Zoll auf kanadische Importe.
  • Die Maßnahme soll am 1. August 2025 in Kraft treten.
  • Kritische Sektoren wie Automobil, Holz, Stahl und Landwirtschaft werden voraussichtlich am stärksten betroffen sein.
  • Die Zölle sind Teil einer breiteren Trump-Handelsstrategie, die auch pauschale Zölle für andere Länder und einen 50-prozentigen Zoll auf brasilianisches Kupfer umfasst.
  • Der kanadische Dollar wertete unmittelbar nach der Ankündigung um etwa 0,3 % gegenüber dem US-Dollar ab.
  • Es wird erwartet, dass Kanada mit Gegenzöllen und Beschwerden bei der WTO reagieren wird.

Die neu angekündigten Zölle werden voraussichtlich kanadische Waren breitflächig treffen. Handelsanalysten prognostizieren, dass kritische Sektoren wie die Automobilindustrie, die Holzindustrie, die Stahlindustrie und die Landwirtschaft die Hauptlast der Zölle tragen werden. Kanada ist der zweitgrößte Handelspartner der Vereinigten Staaten, wobei täglich Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 2 Milliarden US-Dollar über die gemeinsame Grenze abgewickelt werden. Diese historische und umfangreiche bilaterale Handelsbeziehung, die sich durch eine starke Abhängigkeit von integrierten Lieferketten in der Fertigung, Energie- und Lebensmittelproduktion auszeichnet, sieht sich durch diese Zölle einer beispiellosen Störung gegenüber.

Präsident Trumps umfassendere Handelsstrategie

Die bevorstehenden Zölle auf Kanada sind Teil einer breiteren, selbstbewussten Handelsstrategie, die Präsident Trump vertritt. Er hat angedeutet, dass Länder, die nicht formell über spezifische neue Zollsätze informiert wurden, pauschale Zölle zwischen 15 % und 20 % erwarten müssen. Gleichzeitig hat Präsident Trump auch einen 50-prozentigen Zoll auf brasilianisches Kupfer angekündigt, der ebenfalls am 1. August 2025 in Kraft treten soll. Diese Entscheidung, die nach einer nationalen Sicherheitsüberprüfung mitgeteilt wurde, bezieht sich auf eine laufende „Section 232“-Untersuchung der Auswirkungen des Metalls auf die US-Sicherheit. Diese Maßnahmen signalisieren zusammen eine Rückkehr zur breiten Anwendung von Handelshemmnissen, konsistent mit dem Ansatz der vorherigen Regierung des Präsidenten, Zölle als Hebel in Handelsverhandlungen und zum Schutz heimischer Industrien einzusetzen.

Marktreaktion und Wirtschaftsausblick

Die Finanzmärkte haben rasch auf die Nachricht reagiert. Unmittelbar nach der Ankündigung erfuhr der kanadische Dollar eine Abwertung von etwa 0,3 % gegenüber dem US-Dollar, was die Besorgnis der Anleger über potenzielle Störungen des grenzüberschreitenden Handels und erhöhte Unsicherheit bezüglich der zukünftigen US-Handelspolitik widerspiegelt. An der Toronto Stock Exchange verzeichneten Aktien exportabhängiger Sektoren, insbesondere der Automobilherstellung und Rohstoffindustrie, Rückgänge. Analysten warnen, dass eine längere Handelskonfrontation erheblichen wirtschaftlichen Schaden für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze verursachen könnte, was deren Betrieb, Rentabilität und Beschäftigung beeinträchtigen würde.

Erwartete kanadische Reaktion

Während eine offizielle Stellungnahme der kanadischen Regierung nicht sofort vorlag, erwarten politische Beobachter eine robuste und schnelle Reaktion von Premierminister Justin Trudeaus Regierung. Kanada hat in der Vergangenheit auf US-Handelsmaßnahmen mit Gegenzöllen auf amerikanische Waren und durch die Einreichung von Beschwerden bei der Welthandelsorganisation (WTO) während früherer Handelsstreitigkeiten mit der Trump-Regierung reagiert. Es wird weithin erwartet, dass solche Maßnahmen erneut zum Einsatz kommen könnten, was den Handelskonflikt potenziell weiter eskalieren würde. Sollten diese Zölle vollständig umgesetzt werden, würden sie die nordamerikanische Handelslandschaft grundlegend umgestalten und erhebliche Unsicherheit für multinationale Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher in beiden Ländern schaffen.

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