Die Federal Reserve, ein Eckpfeiler der globalen Finanzstabilität, befindet sich derzeit in einer Phase intensiver politischer Prüfung und zunehmender Fragen hinsichtlich ihrer operativen Transparenz und Führung. Der Vorsitzende Jerome Powell sieht sich wachsendem Druck von hochrangigen Regierungsbeamten ausgesetzt, wobei die Kritik von geldpolitischen Entscheidungen bis hin zu erheblichen Kostenüberschreitungen bei Infrastrukturprojekten der Institution reicht.
- Die Federal Reserve steht unter intensiver politischer und finanzieller Beobachtung.
- Vorsitzender Jerome Powell wird wegen Geldpolitik und „groben Missmanagements“ kritisiert.
- Das Bau- und Renovierungsprojekt der Fed-Einrichtungen ist um 700 Millionen Dollar über dem Budget.
- Das Anleiheportfolio der Fed weist einen Buchverlust von 1,1 Billionen Dollar auf.
- Die aktuellen Probleme könnten einen „Grund“ für Powells Amtsenthebung darstellen.
Kritik an der Geldpolitik
Präsident Donald Trump hat sich konsequent für niedrigere Zinssätze ausgesprochen und argumentiert, die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen rechtfertigten die Haltung der Federal Reserve nicht. Diese Ansicht wird von William Pulte, dem Leiter der Federal Housing Finance Agency, geteilt, der Berichte über Powells möglichen Rücktritt öffentlich unterstützte. Russ Vought, Direktor des Office of Management and Budget, verschärfte diese Kritik zusätzlich, indem er Powell vorwarf, die Inflation verzögert erkannt und entsprechend langsam auf Zinsanpassungen reagiert zu haben. Die Forderung nach einer agileren Reaktion auf wirtschaftliche Indikatoren ist ein wiederkehrendes Thema, das die Debatte um die Autonomie und Effektivität der Zentralbank prägt.
Vorwürfe des Missmanagements und Kostenüberschreitungen
Über die Geldpolitik hinaus bezeichnet Vought das institutionelle Management der Federal Reserve als „grobes Missmanagement“, wobei er sich auf beispiellose Betriebsverluste beruft. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der umstrittene milliardenschwere Bau und die Renovierung ihrer Einrichtungen, die als „Palast von Versailles“ bezeichnet werden. Dieses Projekt, dessen Kosten auf über 2,5 Milliarden Dollar geschätzt wurden, soll um 700 Millionen Dollar über dem Budget liegen. Vought stellte öffentlich Powells Senatsaussage bezüglich der Ausstattung des Projekts infrage und behauptete eine mögliche Nichteinhaltung des National Capital Planning Act. Diese Vorwürfe werfen ernsthafte Fragen zur internen Governance und zur Verwendung öffentlicher Gelder auf.
Die Finanzielle Lage der Federal Reserve
Ökonomen weisen zudem auf die finanzielle Lage der Federal Reserve hin, wo die Zinsausgaben nun die eingehenden Zinserträge übersteigen, was zu einem erheblichen Liquiditätsabfluss führt. Das substanzielle Anleiheportfolio der Fed, das über 6 Billionen Dollar beträgt, soll um 1,1 Billionen Dollar unter Wasser liegen, was bedeutet, dass der Marktwert deutlich unter den Anschaffungskosten liegt. Diese finanziellen Herausforderungen, gepaart mit den Bau-Kontroversen, werden von einigen als potenzieller „Grund“ für eine präsidiale Amtsenthebung angesehen – ein Standard, den Powell zuvor für seine Amtszeit zitiert hatte. Die Situation zieht Vergleiche zum Zusammenbruch der Silicon Valley Bank im März 2023 und unterstreicht breitere Sorgen um die Finanzstabilität. Diese Parallelen verdeutlichen das potenzielle systemische Risiko, das sich aus derartigen finanziellen und operativen Problemen einer so zentralen Institution ergeben kann.

Markus ist unser Finanzprofi mit einem siebten Sinn für Zinsänderungen und Wirtschaftstrends. Wenn er nicht gerade durch Bilanzen stöbert oder die neuesten Börsennachrichten kommentiert, sucht er verzweifelt nach dem perfekten Cappuccino – vorzugsweise unter 2 Euro. Sein Motto: „Kaffee rein, Aktien rauf.“