Die globalen Finanzmärkte zeigten am Freitag ein komplexes Zusammenspiel aus Vorsicht und Resilienz, da die Anleger gespannt auf die Äußerungen des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, auf dem jährlichen Jackson Hole Gipfel warteten. Diese zentrale Rede, vor dem Hintergrund sich entwickelnder Wirtschaftsdaten und geopolitischer Ereignisse, sollte entscheidende Einblicke in die geldpolitische Ausrichtung der Zentralbank geben, insbesondere hinsichtlich möglicher Zinsanpassungen angesichts anhaltender Inflationssorgen.
- Die globale Aufmerksamkeit richtete sich auf die bevorstehende Rede von Fed-Chef Powell in Jackson Hole.
- Europäische Aktienmärkte zeigten eine verhaltene Erholung trotz anfänglicher Rückgänge.
- Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal stärker als zunächst angenommen.
- Spekulationen über eine Zinssenkung der Fed wurden durch starke US-Wirtschaftsdaten gedämpft.
- US-Märkte beendeten den Handelstag vorsichtig im Minus.
- Asiatische Märkte präsentierten ein gemischtes Bild, mit leichten Gewinnen in Tokio und China, aber Rückgängen in Australien.
Europäische Märkte zeigen verhaltene Erholung
Die europäischen Aktienmärkte zeigten am Vormittag eine gemessene Erholung, was trotz früherer Rückgänge auf eine vorsichtig positive Stimmung hindeutete. Der deutsche DAX, anfänglich im Minus, drehte seinen Kurs und gewann bis zum Mittag etwa 0,1%. Der Pariser CAC 40 stieg um 0,2%, und der Madrider IBEX 35 verzeichnete einen Anstieg von 0,4%. Der paneuropäische Leitindex STOXX 600 legte ebenfalls um 0,2% zu. Dieser Aufschwung erfolgte, obwohl neue Daten bestätigten, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal stärker schrumpfte als ursprünglich geschätzt. Dies wurde jedoch durch besser als erwartete regionale Geschäftsaktivitätsdaten vom Donnerstag und einen EU-US-Handelsfrieden ausgeglichen.
Fokus auf die US-Notenbank und Zinsentscheidungs-Spekulationen
Die Stimmung an den europäischen Märkten kontrastierte mit der Unsicherheit der Anleger bezüglich des nächsten Schritts der Federal Reserve. Spekulationen hatten eine Zinssenkung der Fed im kommenden Monat begünstigt; jedoch deuteten starke Einkaufsmanagerindizes (PMI) aus den Vereinigten Staaten auf eine robuste Wirtschaft hin, was die unmittelbare Notwendigkeit einer solchen Senkung der Kreditkosten möglicherweise verringerte. Eine Zinssenkung, die die erste des Jahres wäre, könnte der Wirtschaft einen Schub verleihen und die Vermögenspreise stützen, birgt aber auch das Risiko, die Inflation zu verschärfen. Die Fed zeigte sich in diesem Jahr zögerlich, die Zinsen zu senken, teilweise aus Sorge, dass von Präsident Donald Trump verhängte Zölle den Inflationsdruck anheizen könnten. Dennoch hat ein kürzlich veröffentlichter, schwächer als erwarteter Bericht über das Beschäftigungswachstum den Fokus auf die Gesundheit des Arbeitsmarktes verlagert, während Präsident Donald Trump weiterhin vehement Zinssenkungen forderte und den Vorsitzenden Powell kritisierte.
Entwicklung an den US-Märkten und Rohstoffpreise
Jenseits des Atlantiks schlossen die US-Märkte den Donnerstag mit einem leichten Rückgang, was eine vorsichtige Haltung vor Powells Rede widerspiegelte. Der S&P 500 fiel um 0,4% auf 6.370,17 Punkte und setzte damit einen allmählichen Rückzug von seinem Rekordhoch vom 14. August fort. Der Dow Jones Industrial Average sank um 0,3% auf 44.875,50 Punkte, und der Nasdaq Composite verzeichnete ebenfalls einen Rückgang von 0,3% auf 21.100,31 Punkte. An den Devisenmärkten legte der US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen zu und notierte bei 148,48 Yen, während der Euro geringfügig auf 1,1590 US-Dollar nachgab. Gleichzeitig gaben die globalen Ölpreise bis zum Mittag in Europa leicht nach, wobei der US-Benchmark-Rohölpreis um 0,2% auf 63,38 US-Dollar pro Barrel fiel und Brent-Rohöl um 0,2% auf 67,52 US-Dollar pro Barrel sank. Dieser Rückgang wurde auf schwindenden Optimismus hinsichtlich eines Fortschritts bei einem Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine zurückgeführt, was die globale Unsicherheit verstärkte.
Gemischte Ergebnisse an den asiatischen Märkten
Die asiatischen Märkte präsentierten am Freitag ein gemischtes Bild. Tokios Nikkei 225 verzeichnete einen marginalen Gewinn von weniger als 0,1% auf 42.633,29 Punkte, nachdem ein Bericht zeigte, dass Japans Kerninflationsrate im Juli von 3,3% im Juni auf 3,1% sank. Analysten merkten an, dass eine Inflation, die über 3% bleibt, die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bereits im Oktober erhöht. In Greater China stieg der Hong Konger Hang Seng Index um 0,9% auf 25.339,14 Punkte, und der Shanghai Composite Index kletterte um 1,5% auf 3.825,76 Punkte. Südkoreas Kospi legte ebenfalls um 0,9% auf 3.168,73 Punkte zu. Im Gegensatz dazu gab Australiens S&P/ASX 200 um 0,6% auf 8.967,40 Punkte nach, da Händler nach dem jüngsten Erreichen von Rekordhochs des Leitindex Gewinne mitnahmen.

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