Boeing vor Mega-Deal in China: 500 Jets trotzen Handelsspannungen

Foto des Autors

By Lisa Hoffmann

Ein bedeutendes kommerzielles Luftfahrtgeschäft zwischen Boeing und China steht kurz vor dem Abschluss und könnte das Ende einer langen Verkaufsflaute für den amerikanischen Luftfahrtriesen in einem der weltweit wichtigsten Märkte markieren. Diese hochrangige Transaktion bleibt jedoch eng mit den anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China verknüpft, was unterstreicht, wie geopolitische Dynamiken weiterhin erheblichen Einfluss auf den globalen Handel und strategische Industrien ausüben.

  • Das geplante Abkommen umfasst Berichten zufolge 500 Flugzeuge und würde ein entscheidendes Wiederaufleben für Boeing nach einer achtjährigen Durststrecke auf dem chinesischen Markt bedeuten.
  • Die endgültige Finalisierung des Geschäfts hängt direkt von der Deeskalation der bestehenden Handelsstreitigkeiten zwischen Washington und Peking ab.
  • Chinas Luftfahrtsektor wird voraussichtlich robust wachsen; Boeings Schätzung zufolge könnte die kommerzielle Flotte des Landes bis 2045 fast 9.755 Jets erreichen.
  • Diese immense Nachfrage übersteigt die Produktionskapazität des heimischen Herstellers Comac bei weitem, wodurch der Zugang zu globalen Anbietern wie Boeing und Airbus unerlässlich wird.
  • Die Sicherung von Lieferterminen ist für China von strategischer Priorität, da beide großen Flugzeughersteller Berichten zufolge bis in die 2030er Jahre ausverkauft sind.
  • Das Haupthindernis für den Geschäftsabschluss bleiben anhaltende Handelsfeindseligkeiten, gekennzeichnet durch wechselseitige Zölle und jüngste Vergeltungsmaßnahmen wie Chinas Exportverbot für Seltene Erden in die USA.

Boeings potenzielles Wiederaufleben im chinesischen Markt

Die vorgeschlagene Vereinbarung beinhaltet Berichten zufolge 500 Flugzeuge, eine Zahl, die für Boeing nach einer achtjährigen Durststrecke auf dem chinesischen Markt ein entscheidendes Wiederaufleben darstellen würde. Quellen aus Verhandlungskreisen deuten darauf hin, dass zwar Fortschritte erzielt werden, der endgültige Abschluss des Geschäfts jedoch direkt von der Deeskalation der bestehenden Handelsstreitigkeiten zwischen Washington und Peking abhängt. Derzeit laufen detaillierte Gespräche, um Einzelheiten zu klären, darunter das genaue Volumen und die Typen der Flugzeugmodelle sowie deren Lieferpläne. Chinesische Beamte konsultieren aktiv inländische Fluggesellschaften, um deren präzisen Flottenbedarf zu ermitteln.

Chinas wachsender Luftfahrtbedarf und globale Abhängigkeiten

Für Chinas Luftfahrtsektor wird ein robustes Wachstum prognostiziert. Boeing schätzt, dass die kommerzielle Flotte des Landes bis 2045 auf nahezu 9.755 Jets anwachsen könnte, was einer Verdopplung entspricht. Diese immense Nachfrage übersteigt bei weitem die Produktionskapazität des chinesischen Herstellers Comac, wodurch der Zugang zu globalen Anbietern unerlässlich wird. Die Sicherung von Lieferterminen hat für China strategische Priorität, zumal sowohl Boeing als auch der europäische Rivale Airbus SE Berichten zufolge bis in die 2030er Jahre ausverkauft sind. Bemerkenswert ist, dass Airbus seit 2019 den Flugzeugabsatz und die Lieferungen nach China dominiert, insbesondere nachdem tödliche Unfälle zur Stilllegung des Boeing 737 Max-Modells durch chinesische Regulierungsbehörden führten.

Geopolitische Hürden und wirtschaftliche Auswirkungen

Das wesentlichste Hindernis für den Abschluss des Geschäfts bleiben die anhaltenden Handelsfeindseligkeiten, die durch wechselseitige Zölle zwischen den Vereinigten Staaten und China gekennzeichnet sind. Jüngste Aktionen, wie Chinas nahezu vollständiges Verbot von Seltene-Erden-Exporten in die USA als Vergeltung für Zölle, erschweren die Handelslandschaft zusätzlich. Diese Vergeltungszölle, die ursprünglich von Präsident Donald Trumps globaler Handelsoffensive ausgingen, störten den langjährigen zollfreien Status der Luft- und Raumfahrtindustrie und schufen erhebliche wirtschaftliche Reibungen.

Folgen der Zölle für Boeing und chinesische Kunden

Die wirtschaftlichen Folgen dieser Zölle waren spürbar und wirkten sich direkt auf Boeings Geschäftstätigkeit und seine chinesischen Kunden aus. Ein bemerkenswerter Vorfall war die Rücksendung eines 737 Max-Flugzeugs, das für die chinesische Fluggesellschaft Xiamen Airlines bestimmt war, an Boeings Einrichtung in Seattle aufgrund zollbedingter Probleme. Die zusätzlichen Abgaben haben den Preis einer 737 Max für chinesische Fluggesellschaften auf etwa 55 Millionen US-Dollar erhöht, was einige Airline-Führungskräfte dazu veranlasste, eine Einstellung neuer Bestellungen der Übernahme der exorbitanten Kosten vorzuziehen. Solche Störungen bedrohen nicht nur Boeings Erholungsbemühungen und die Widerstandsfähigkeit seiner Lieferkette, sondern werden auch durch interne Übergänge bei Boeing China, einschließlich der kürzlichen Ernennung von Carol Shen zur Interimspräsidentin, noch verstärkt.

Ausblick und strategische Bedeutung

Trotz der gewaltigen Hindernisse durch geopolitische Spannungen hat Boeing-CEO Kelly Ortberg öffentlich Optimismus geäußert und die Hoffnung des Unternehmens auf „zusätzliche Bestellungen im nächsten Jahr mit China“ bekundet. Das potenzielle 500-Jet-Geschäft stellt einen kritischen Wendepunkt sowohl für Boeings strategischen Marktzugang als auch für die breitere Wirtschaftsbeziehung zwischen den USA und China dar und dient als wichtiges Barometer für zukünftiges kommerzielles Engagement in einem entscheidenden globalen Sektor.

Spread the love